Nun habe ich in den letzten Beiträgen bereits häufiger darauf verwiesen, dass wir unterschiedlichste Strukturen in unserem Körper haben, die sich nicht alle in der gleichen Geschwindigkeit körperlichen Veränderungen anpassen.

Natürlich gibt es Muskulatur, die erste Struktur, an die gedacht wird, wenn es um sportliche Aktivität geht, aber dann sind da noch Faszien, Sehnen, Bänder, Organe sowie Lymph- und Nervensystem, welche sich an die durch Training hervorgerufenen Veränderungen im Körper ebenfalls anpassen müssen, damit unser Körper im Stande ist, Höchstleistungen zu bringen.

Ein spinnennetzartiges Trenngewebe umhüllt unsere Körperstrukturen…

Sehen wir uns in diesem Blog die Faszien einmal näher an. Sie gewinnen gerade in den letzten Jahren immer mehr an Beachtung – an Bedeutung wäre falsch ausgedrückt, denn Bedeutung hatten sie schon immer, nur entwickeln wir erst seit einigen Jahren ein Bewusstsein für sie.

Faszien setzen sich aus eiweißartigen Strängen und einer klebrigen Grundsubstanz zusammen. Sie bilden um unsere Muskeln, Organe und Knochen eine Art Hülle, die wie ein Spinnennetz aussieht und diese Strukturen in unserem Körper sauber voneinander trennt.

Dieses weiße Spinnennetz beginnt direkt unter der Haut und viele Nerven enden im Faszien-Gewebe. So erhalten wir hier Schmerzimpulse, die über Bewegung zum Gehirn weitergeleitet werden.

Ein natürlicher Garant für körperliche Gesundheit!

In einem gesunden Körper, sollten alle Organe leicht gleitend verschiebbar sein und auch die Muskulatur flexibel und dehnbar. Verkleben nun die Faszien, kann es zu Blockaden im Körper kommen, die enorm schmerzhaft sein können und die die Flexibilität der Muskeln und die Bewegungsfreiheit der Organe einschränkt. Dies kann gesundheitlich fatale Folgen haben! Abgesehen von den Schmerzen, die dadurch entstehen, können unsere Organe im schlimmsten Falle nur noch eingeschränkt arbeiten, wenn sie über längere Zeit nicht mehr frei in unserem Körper gleiten können. Aber auch im Kleineren sind Faszien ein Schutz-Gewebe. Sie verhindern zum Beispiel, dass Viren sich von einem Organ auf ein anderes übertragen.

Und was bedeuten Faszien für den Sport?

Faszien sind dafür verantwortlich, dass in unserem Körper alles „rund“ und zusammen läuft. Ein Muskel, der in eine Kontraktion geht, nützt unserem Körper alleine überhaupt gar nichts. Diese Kontraktion, diese Kraft muss auf Gelenke und unser Skelett übertragen werden damit wir die Bewegung, die wir beabsichtigen, überhaupt ausführen können. Diese Aufgabe fällt unseren Faszien zu. Sie trennen also nicht nur alle Strukturen fein säuberlich voneinander, sondern verbinden sie auch miteinander, damit sie Hand in Hand arbeiten können und unser Körper zu Höchstleistungen bereit ist! (Ok, nicht nur zu Höchstleistungen, sondern auch schon zu „normalen“ Bewegungen)

Faszien sind außerdem eine der anpassungsfähigsten Strukturen überhaupt.

Das Spannende ist, dass sie bei einer großen Spannung oder Krafteinwirkung sehr stabil sind, aber gleichzeitig sehr flexibel in der Dehnung und uns somit sowohl stabilisieren, als auch mobil machen!

Eine faszinierende Aufgabe, nicht wahr?

Unsere Faszien gesund zu halten ist eine wichtige Aufgabe. Es kann eine gute Hilfe sein, sie regelmäßig mit einer Faszienrolle zu behandeln. Normalerweise fühlt man sich sofort entspannter und schlicht besser, sobald man sein Training mit der Faszienrolle abschließt. Lasst Euch von einem anfangs vielleicht etwas unangenehmen Gefühl nicht abschrecken, das bedeutet in diesem Falle nur, dass die Faszien verklebt sind und mit dem Ausrollen tut Ihr genau das Richtige!

Achtet auf Eure Faszien, denn sie sind Euch ein Garant für Gesundheit und volle Leistungsfähigkeit!