Atmen – was tue ich?: Die Lunge

Unsere Atmung ist ein Komplexsystem, an dem viele Faktoren beteiligt sind.

Schwächelt ein Teil dieses Systems, hat dies Auswirkungen auf das gesamte Zusammenspiel und auf die Effektivität unserer Atmung.

Zunächst einmal besteht unsere Atmung aus dem Einatmen und dem Ausatmen. Bei der Einatmung spannt sich unsere Atemmuskulatur an, hierbei dehnt die Lunge sich aus. Bei der Ausatmung entspannen die Muskeln sich wieder und die Lunge zieht sich zusammen. Der gesamte Atemprozess wird von einem Punkt in unserem verlängerten Rückenmark gesteuert, wir haben also sozusagen eine eingebaute „Atemzentrale“ in unserem Rücken. Solange diese Zentrale unbeschädigt ist, atmen wir, ohne uns Gedanken darüber machen zu müssen. Sobald sie jedoch irritiert wird, was zum Beispiel durch Stress, Angst oder Wut der Fall sein kann („Mir bleibt vor Schreck die Luft weg!“), oder aber auch durch einen Sturz oder heftigen Schlag auf den Rücken, bleibt unsere Atmung kurz aus, bis wir sie wieder aktivieren und uns entspannen.

Ein sehr bekannter Spieler in diesem Atemsystem ist unsere Lunge. Sie ist verantwortlich für den lebenswichtigen Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid. Wenn wir einatmen, gelangt zunächst Luft durch unsere Nase in die Nebenhöhlen, von dort aus in den Rachenraum und schließlich durch den Rachen über die Luftröhre in die Lunge, von wo aus sie weiter transportiert wird, bis der Sauerstoff schließlich unsere Zellen versorgen kann. Wobei es tatsächlich gar nicht so einfach ist, denn um einen einzigen Liter Sauerstoff für unsere Zellen aus der Luft zu filtern, atmen wir ca. 26 Liter Luft ein.

die Lunge – ein körpereigener U-Bahn-Plan

Aber wie ist unsere Lunge eigentlich aufgebaut? Sie ist selbst bereits ein sehr komplexes Organ. Unsere Lunge hat zwei Lungenflügel, wobei der rechte aus drei Lungenlappen und der linke aus zwei Lungenlappen besteht – unser Herz beansprucht auch noch etwas Platz, daher ist der mittlere Lungenlappen links nicht ausgebildet. Kommt nun also die Atemluft in der Lunge an, wird er durch unsere Bronchien über kleine Abzweigungen, die sich Bronchiolen nennen, zu den Lungenbläschen weitergeleitet. Dieses Netz sieht fast wie ein körpereigener U-Bahn-Plan aus (Funktioniert jedoch viel zuverlässiger, als so manche öffentliche Verkehrsmittel!). Die Lungenbläschen geben nun den Sauerstoff ans Blut ab und machen sozusagen ein Tauschgeschäft mit den sie umgebenen Blutgefäßen, von denen sie das Kohlenstoffdioxid entgegennehmen, welches bei der Ausatmung dann aus unserem Körper transportiert wird. Der Sauerstoff dagegen wird nun über die Blutbahn in unsere Zellen transportiert. Von diesen Lungenbläschen haben wir zwischen 300 und 750 Millionen – jedoch ist nur jedes 20. davon „in Betrieb“. Diese Lungenbläschen sind nicht sehr elastisch, daher kann es passieren, dass sie sich bei dauerhafter „falscher Atmung“ oder „Hochatmung“ eingeengt fühlen und den lebenswichtigen Gasaustausch nicht mehr vollziehen können – so können Atemprobleme und Engegefühle entstehen.

Unsere Lunge speichert für uns auf Vorrat einen guten Liter Luft, falls es mal knapp wird und wir in Not geraten. Würden wir Menschen sie in ihre Einzelteile zerlegen und ausbreiten, so würde eine Oberfläche von ca. 80 m² – 120 m² entstehen. Das entspricht einer Fläche, auf der eine kleine Familie durchaus leben könnte!

Quellen:

>>> Margot Scheufele-Osenberg „Atemschulung für seelisches und körperlichesGleichgewicht“ 1987 Econ Taschenbuchverlag

>>> Dr. med. J.Parnow „Die Heilung der Atmung“ 1971 Paracelsus

>>> MargotScheufele-Osenberg „Die Atemschule“ 1998 Schott

>>> https://www.kenhub.com/“Anatomie des Menschen – Lunge“

>>> https://www.lungeninformationsdienst.de“Aufbau der Lunge“

>>> Lunge Zuerich „Das Wunder der Lunge“