Atmen was tue ich? – Im Stress

Atem ist Lebensenergie –
uns auf unsere Atmung zu besinnen, setzt Energien und zusätzliche Ressourcen frei!

Wir alle kennen das Gefühl, dass uns plötzlich die Luft weg bleibt. Dies passiert häufig in Stress- oder Angstsituationen. Beides wirkt unterschiedlich auf unser Atemsystem und doch mit dem Effekt, dass wir das Gefühl haben, nicht mehr richtig durchatmen zu können.

Der Mensch hat eine Reihe von Urinstinkten – einer davon ist etwas wie ein „Kampf oder Flucht“-Mechanismus. Das bedeutet, dass wir, wenn wir in eine Stresssituation kommen, uns entweder für Kämpfen oder für Fliehen entscheiden können. Dies wirkt sich auf unser Nervensystem aus. Da in unserem vegetativen Nervensystem, welches die unwillkürlichen Prozesse im Körper steuert, auch unsere Atmung verankert ist, wird diese automatisch mitbeeinflusst. In diesem „Kampf oder Flucht“-Modus erweitern sich unsere Luftröhre und unsere Bronchien. Der Sauerstoff kann jedoch nicht weiter transportiert und verarbeitet werden, weshalb ein Gefühl von Atemnot entsteht.

Unter Schock hingegen verkrampfen sich die Bronchiolen und können erst gar keinen Sauerstoff aufnehmen, wir können viel weniger atmen und uns bleibt im wahrsten Sinne des Wortes – die Luft weg.

Wir kommen nun nur allzu leicht in eine Art Teufelskreis. Beides, Angst- und Schock- Zustände, können auf ihre Weise ein Spannungsgefühl in der Brust auslösen, da die Atmung keine Möglichkeit mehr hat, zu fließen. Dieses Spannungsgefühl kann sich zu einem Stechen in der Brust entwickeln, welches häufig als Herzstechen interpretiert wird und die Ängste noch weiter zunehmen lässt.

Schon kleine Spannungsunstimmigkeiten durch Angst, Aufregung und Stress stören unsere Atmung so einschneidend und verringern unser Atemvolumen, berauben uns letztlich unserer Lebensenergie. Doch durch das aktive Besinnen auf den Atemfluss kann solch ein Negativ-Kreislauf aufgelöst und durchbrochen werden.

Eine weitere Situation, die uns den Atem raubt, ist ein Schlag auf den unteren Rücken. Hier fließen unsere Nerven zusammen, und wenn das vegetative Nervensystem irritiert wird, kann es kurzzeitig unseren Atem nicht mehr steuern und wir müssen uns bewusst auf unsere Atmung konzentrieren.

In einer entspannten Atmung können auch Gefühle und Emotionen besser fließen. Um unangenehme Emotionen, Erinnerungen und Situationen zu unterdrücken und zu verdrängen, halten viele Menschen ihren Atem an. So entsteht das dauerhafte Gefühl, viel zuwenig Luft zu haben. Auch hier können eine bewusste Entspannung und eine bewusste Atmung dazu beitragen, diese zu verarbeiten.

Quellen:

Margot Scheufele-Osenberg „Atemschulung für seelisches und körperliches Gleichgewicht“ 1987 Econ Taschenbuchverlag

Dr. med. J. Parnow „Die Heilung der Atmung“ 1971 Paracelsus

Margot Scheufele-Osenberg „Die Atemschule“ 1998 Schott

https://www.panikattacken.at/atmung/atmung.html