Wir leben momentan in einer sehr herausfordernden Zeit. Unser Alltag hat sich verändert, dabei war er doch bereits vorher schon stressig genug, würden Viele jetzt sagen. Aber kann man über den Atem den Stress regulieren? Die Antwort ist einfach: Ja, das geht!

Unsere Emotionalität ist mit unserem Atem verbunden!

Das Gefühl, dass einem vor Stress die Luft weg bleibt, kennen wir alle. Dies geschieht, da sich unsere Emotionalität unmittelbar auf unser Atemverhalten auswirkt und die Luft nicht mehr strömen kann. Im schlimmsten Fall, oder wenn wir über einen längeren Zeitraum in eine Stressatmung verfallen, werden unsere Zellen nicht mehr richtig mit Sauerstoff versorgt. (siehe auch: Im Stress)

Eine bewusste Atmung hilft Dir, Dein Gleichgewicht zurückzugewinnen und so auch Deine Emotionalität wieder in Balance zu bringen.

Lang und tief zu atmen gibt dem Körper das Signal, dass jede Zelle versorgt ist und er sicher ist – klar, dass eine tiefe Atmung Dir also hilft, auch Deine emotionale Balance wiederzufinden, oder?

Übung 1:

Setzt Euch aufgerichtet auf eine Stuhlkante. Nun legt Ihr eine Hand auf den Bauch und die Zweite auf den Brustkorb. Versucht jetzt durch die Nase einzuatmen und dabei zuerst zu spüren, wie die Hand auf Eurem Bauch sich hebt und danach die Hand auf Eurem Brustkorb. Bei der Ausatmung durch den Mund, ist die Reihenfolge umgekehrt, zuerst senkt sich der Brustkorb wieder und danach der Bauch. Wiederholt diese Übung über einige Minuten. Die Hände helfen Euch, Eure Aufmerksamkeit zu lenken und Euch zu Fokussieren!

Übung 2:

Wiederhole Übung Nummer 1 – nur jetzt achte darauf, dass Du den Ausatem bewusst verlängerst. Du kannst dafür gedanklich zählen. Zum Beispiel 4 Schläge einatmen, 8 Schläge ausatmen. Vorsicht: Bekommst Du hierbei Atemnot, verkürze die Frequenz oder gehe für einige Atemzüge zurück zu Übung 1!

Übung 3:

Du setzt Dich wieder aufrecht hin und legst Deinen Zeige- und Mittelfinger auf Deinem Nasenrücken ab. Nun verschließt Du für die Einatmung das rechte Nasenloch, atmest tief durch das linke Nasenloch ein. Nun hältst Du im eingeatmeten Zustand kurz die Luft an, wobei Du beide Nasenlöcher verschließt, öffnest dann nur das rechte Nasenloch und atmest wieder aus. In der Wiederholung verschließt Du zur Einatmung das linke Nasenloch, atmest tief durch das rechte Nasenloch ein, verschließt wieder beide Nasenlöcher und hältst die Luft kurz an, bevor Du durch das linke Nasenloch wieder ausatmest. Diese Übung bringt uns wunderbar zurück in unsere Balance. Sie gehört zu meinen absoluten Lieblingsübungen!

Einer meiner Schauspiellehrer sagte im Studium zu uns: „Wenn Ihr Euren Text vergesst, dann versucht mal auszuatmen!“ – Und er hatte vollkommen recht, sobald die Luft wieder ungehindert strömen konnte, kamen auch die Worte und die Emotionen zurück – bei jedem von uns!

Wenn Ihr das Gefühl habt, „am Stress zu ersticken“ – nehmt Euch die Zeit um DURCHZUATMEN!